Eine Regentonne ist der einfachste Einstieg ins Regenwasser sammeln: keine Baggerarbeiten, keine Handwerker, einfach ans Fallrohr anschließen und fertig. Aber das Angebot ist riesig: runde Kunststofftonnen für 30 Euro, Holzfass-Optik für den Garten, schlanke Wandmodelle für wenig Platz, oder doch ein größerer Flachtank? Dieser Ratgeber hilft dir, die richtige Wahl zu treffen.
Kurz vorab: Woran erkennst du eine gute Regentonne?
Bevor wir zu den Modellen kommen, die wichtigsten Qualitätskriterien:
- UV-stabiler Kunststoff: Die Tonne steht draußen, oft jahrelang in der Sonne. Billiges Material vergilbt, wird spröde und reißt. Achte auf die Angabe „UV-stabilisiert” oder „frostsicher” auf der Verpackung.
- Dicht schließender Deckel: Hält Mücken und Laub draußen, verhindert, dass Kleinkinder hineinfallen können.
- Sinnvoll positionierter Ablaufhahn: Idealerweise so hoch, dass eine Gießkanne darunterpasst, oder noch höher bei einem Podest.
- Überlaufanschluss: Wenn die Tonne voll ist, muss das Wasser irgendwo hin. Sonst läuft es am Haus entlang, was auf Dauer Feuchtigkeitsprobleme verursachen kann.
Die wichtigsten Typen im Überblick
Die klassische Rundfass-Regentonne
Die Form, die die meisten kennen: bauchig, rund, oft dunkelbraun oder anthrazit. Fassungsvermögen meist zwischen 200 und 500 Litern.
Für wen: Wer einfach und günstig starten will, in einem unauffälligen Garten.
Vorteile: günstig (ab ca. 30–60 Euro für einfache Modelle), stabil, gut erhältlich, passt oft ans Fallrohr ohne Zubehör
Nachteile: Nimmt relativ viel Platz weg, wirkt im gepflegten Garten manchmal klobig
Ein gutes Beispiel ist die klassische Garantia-Runde oder ähnliche No-Name-Modelle aus dem Baumarkt. Für den reinen Nutzwert reicht oft ein einfaches Modell aus.
Holzfass-Optik
Optisch ansprechendere Variante, die wie ein Weinfass aussieht, aber aus wetterfestem Kunststoff besteht.
Für wen: Wer die Regentonne sichtbar aufstellen möchte, etwa auf der Terrasse oder als Gartendekoration.
Vorteile: Schöner als die Standardtonne, sehr beliebt als Geschenk, oft mit Ständer erhältlich
Nachteile: Meist etwas teurer (ca. 60–120 Euro), das Fass-Design lässt sich schwer sauber reinigen
Schlanke Wandtonne / Platzsparmodell
Flache, rechteckige oder trapezförmige Tonnen, die direkt an die Hauswand gestellt werden und wenig Tiefe brauchen.
Für wen: Wer wenig Platz hat, etwa in schmalen Gärten oder auf kleinen Terrassen.
Vorteile: Passt auch an engen Stellen, oft sehr stabil und robust
Nachteile: Aufwendigerer Anschluss an das Fallrohr nötig (Fallrohrfilter oder -umleiter), teurer als Rundfässer
Bekannte Modelle sind zum Beispiel die Garantia Wandtank-Serie oder ähnliche Produkte von Deuba, Graf oder Skimbo.
Erdtank / Flachtank (Übergang zur Zisterne)
Ab ca. 1.000 Litern beginnt das Gebiet der vergrabenen Tanks, die technisch bereits kleinen Zisternen ähneln.
Für wen: Wer mehr Volumen will, aber noch keine große Zisterne einbauen möchte; oder wer einen Tank im Boden unsichtbar verstecken will.
Vorteile: Viel mehr Fassungsvermögen als eine oberirdische Tonne, frostsicher im Boden
Nachteile: Einbau mit Aushub nötig, teurer, braucht eine Pumpe zum Entnehmen des Wassers
Welches Volumen brauche ich?
Als Faustformel: 1 Liter Regenwasser pro Liter Gießkanne klingt simpel, hilft aber kaum. Sinnvoller ist die Überlegung:
- Kleiner Garten oder Balkon (bis 50 m²): 150–300 Liter reichen aus
- Normaler Hausgarten mit Beeten und Rasen (50–200 m²): 300–500 Liter, gerne mehr
- Großer Garten (über 200 m²) oder Gemüsegarten: 500 Liter oder mehrere Tonnen hintereinander schalten; ab etwa 1.000 Liter lohnt der Blick auf eine Zisterne
Bedenke: Eine 300-Liter-Tonne ist bei trockenem Sommer in wenigen Tagen leer. Wer auf Regenwasser wirklich angewiesen sein will (also den Wasserhahn so wenig wie möglich aufdrehen), braucht mehr Volumen, als er denkt.
Was kostet eine gute Regentonne?
| Typ | Preisbereich |
|---|---|
| Einfache Rundfass-Tonne (200–300 L) | 30–70 € |
| Stabiles Markenmodell (300–500 L) | 60–120 € |
| Holzfass-Optik | 60–130 € |
| Wandtank (300–600 L) | 80–180 € |
| Set mit Unterstand und Zubehör | 100–250 € |
Zubehör wie ein Fallrohrfilter, ein Tonnenständer (damit der Hahn höher sitzt) und ein Verbindungsset für zwei Tonnen kosten je nach Modell zusätzlich 10–40 Euro.
Praktische Tipps für den Aufbau
Tonnenständer nutzen: Stell die Tonne auf einen Ständer oder lege Pflastersteine darunter. Schon 20–30 cm Höhe sorgen dafür, dass die Gießkanne bequem unter den Hahn passt – ohne Bücken.
Zwei Tonnen verbinden: Wer mehr Kapazität braucht, kann zwei Tonnen über den Überlaufanschluss miteinander verbinden. Läuft die erste voll, füllt sich automatisch die zweite. Das ist günstiger als gleich eine große Zisterne einzubauen.
Fallrohrfilter nicht vergessen: Ein einfacher Fallrohrfilter (ca. 10–20 Euro) hält Laub und groben Schmutz aus der Tonne. Das verlängert das Leben der Tonne und verhindert, dass das Wasser irgendwann grün und unangenehm riecht.
Im Winter leeren: Kunststofftonnen halten leichten Frost aus, aber eine prallvolle Tonne kann reißen, wenn das Wasser von innen gefriert und sich ausdehnt. Einfach im Herbst leeren, auf die Seite legen oder mit dem Deckel nach unten aufstellen.
Häufige Fragen
Regentonne oder Zisterne – wann lohnt sich welche?
Eine Regentonne reicht für den normalen Hausgarten bis ca. 200 m². Wer mehr Volumen braucht, das Wasser auch im Haus nutzen will (Toilette, Waschmaschine), oder die Tonne soll unsichtbar bleiben, ist mit einer Zisterne besser beraten.
Brauche ich eine Baugenehmigung für eine Regentonne?
Nein. Oberirdische Regentonnen sind genehmigungsfrei. Eine Zisterne mit Hausanschluss kann je nach Bundesland anzeigepflichtig sein.
Wie reinige ich eine Regentonne?
Einmal im Jahr die Tonne leeren, mit klarem Wasser ausspülen und bei Bedarf mit einer weichen Bürste den Bodensatz entfernen. Kein Spülmittel, da Rückstände ins Gartenwasser gelangen.
Was tun, wenn das Wasser grün oder stinkig wird?
Das passiert bei längerer Stagnation und Wärme durch Algenwachstum. Ursachen: keine Abdeckung, zu wenig Wasserumlauf. Abhilfe: immer gut verschlossen halten, bei starkem Algenbefall Tonne leeren, reinigen und neu befüllen.
Fazit
Für den Einstieg genügt eine einfache Rundfass-Tonne mit 300–500 Litern: günstig, wartungsarm, sofort anschließbar. Wer mehr Kapazität will, verbindet zwei Tonnen oder setzt auf ein Wandmodell. Wer wirklich größere Mengen sparen will, sollte einen Blick auf eine Zisterne werfen – die Investition rechnet sich langfristig, besonders wenn der Garten groß ist oder Wasser auch im Haus genutzt werden soll.
Hinweis: Mit Sternchen (*) markierte Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.