Regenwasser · Veröffentlicht am 27. September 2026

Eine Regentonne ans Fallrohr anzuschließen ist einfacher als die meisten denken. Mit dem richtigen Zubehör ist es in einer halben Stunde erledigt, ohne Werkzeugschrank und ohne handwerkliches Vorwissen. Diese Anleitung zeigt dir, was du brauchst und wie es geht.

Was du brauchst

  • Regentonne mit Deckel und Hahn (200–500 Liter, je nach Garten)
  • Regensammler / Fallrohrfilter – das wichtigste Bauteil. Er wird ins Fallrohr eingebaut und leitet das Wasser in die Tonne um. Wenn die Tonne voll ist, läuft das Wasser automatisch wieder durch das Fallrohr ab.
  • Verbindungsschlauch (liegt dem Regensammler meist bei, ca. 1–2 m lang)
  • Säge oder Fallrohrschneider (zum Durchtrennen des Fallrohrs)
  • Maßband
  • Optional: Tonnenständer (Pflastersteine oder fertiger Ständer, damit die Gießkanne unter den Hahn passt)

Die meisten Regensammler passen zu den gängigen Fallrohrdurchmessern von 70–100 mm (rund) oder zu Rechteck-Fallrohren. Schau auf der Verpackung, welchen Durchmesser dein Rohr hat.

Schritt für Schritt: So geht der Anschluss

1. Standort wählen

Stelle die Tonne möglichst nah an das Fallrohr – der mitgelieferte Schlauch ist oft nur 1–2 Meter lang. Achte auf festen, ebenen Untergrund. Wenn du einen Ständer nutzt, stell ihn jetzt auf.

2. Höhe des Regensammlers messen

Der Regensammler muss höher sitzen als der Einlauf der Tonne, damit das Wasser von selbst hineinlaufen kann. Miss ab, wo der Schlauch bequem von der Tonne zum Fallrohr führt, und markiere die Stelle am Rohr mit einem Stift.

Faustregel: Der Regensammler sitzt meist 10–20 cm über dem Tonnendeckel, damit ausreichend Gefälle entsteht.

3. Fallrohr durchtrennen

Säge das Fallrohr an der markierten Stelle durch. Lass dir dabei ruhig Zeit – ein gerader Schnitt macht den nächsten Schritt einfacher. Bei Kunststoff-Fallrohren reicht eine gewöhnliche Handsäge oder Metallsäge.

Entferne Späne und Grate, damit die Verbindungsstücke sauber sitzen.

4. Regensammler einsetzen

Schiebe das obere Ende des Regensammlers in das obere Fallrohrstück, das untere Ende in das untere Stück. Die meisten Modelle rasten ein oder werden mit einer Klammer gesichert – schau in die Montageanleitung des Regensammlers, die Mechanismen unterscheiden sich.

5. Schlauch anschließen

Stecke den mitgelieferten Schlauch auf den Auslass des Regensammlers und führe ihn in den Einlauf der Tonne. Viele Tonnen haben oben eine Öffnung mit Sieb – steck den Schlauch einfach hinein. Wenn nötig, kürze den Schlauch mit einem Cuttermesser.

6. Überlauf prüfen

Fast alle Regentonnen haben seitlich oben einen Überlaufstutzen. Schau, wohin das überschüssige Wasser bei einer vollen Tonne fließt. Es sollte vom Haus wegführen, nicht gegen die Hauswand. Falls nötig, schraub einen kurzen Schlauch auf den Überlauf und leite das Wasser in den Garten oder zur Versickerung.

7. Testen

Gieß einen Eimer Wasser ins Fallrohr von oben oder warte auf den nächsten Regen. Das Wasser sollte in die Tonne laufen. Wenn die Tonne (simuliert) voll ist, muss das Wasser am Regensammler durch das Fallrohr weiter nach unten abfließen – so wird die Tonne nicht überfüllt.

Häufige Fehler

Tonne zu niedrig gestellt: Wenn der Hahn nicht hoch genug sitzt, passt die Gießkanne nicht darunter. Stell die Tonne auf ein 20–30 cm hohes Podest aus Pflastersteinen oder kauf einen fertigen Tonnenständer.

Gefälle vergessen: Der Schlauch vom Regensammler zur Tonne muss dauerhaft nach unten führen. Liegt er in einer S-Form, bleibt Wasser stehen und fließt nicht richtig ab.

Kein Überlauf angeschlossen: Ohne funktionierenden Überlauf läuft die volle Tonne seitlich über – direkt an der Hauswand entlang.

Falscher Regensammlerdurchmesser: Runde Fallrohre haben meist 70 oder 100 mm Durchmesser, Rechteck-Rohre unterschiedliche Maße. Messen vor dem Kauf spart Rückgaben.

Zwei Tonnen verbinden

Wenn eine Tonne nicht reicht, lassen sich zwei Tonnen einfach hintereinander schalten: Der Überlauf der ersten führt in den Einlauf der zweiten. So verdoppelst du das Speichervolumen ohne zusätzliches Fallrohr.

Alternativ gibt es Verbindungssets mit einem Schlauch auf Höhe der Auslassöffnung: Beide Tonnen füllen sich gleichmäßig und leeren sich gleichmäßig.

Kurz-Checkliste vor dem ersten Regen

  • Regensammler sitzt fest im Fallrohr
  • Schlauch führt mit Gefälle von Regensammler zur Tonne
  • Einlauf der Tonne abgedeckt (Sieb oder Abdeckung gegen Mücken)
  • Überlauf ist angeschlossen und führt vom Haus weg
  • Tonne hoch genug für die Gießkanne unter dem Hahn
  • Alles dicht – kein Wasser läuft neben der Tonne auf den Boden

Fazit

Wer eine halbe Stunde und einfaches Werkzeug hat, kann eine Regentonne selbst anschließen. Der Regensammler ist das einzige Bauteil, das du extra kaufen musst – er kostet meist 10–20 Euro und macht den Unterschied zwischen einer Tonne, die überfließt, und einer, die zuverlässig Wasser sammelt.

Hinweis: Mit Sternchen (*) markierte Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.