Pumpen & Technik · Veröffentlicht am 27. September 2026

Frostschäden an Gartenpumpen gehören zu den ärgerlichsten Winterschäden – und zu den vermeidbarsten. Eine gesprengte Pumpe, ein gerissenes Gehäuse oder eine zerstörte Druckleitung sind die direkte Folge davon, dass Restwasser in der Pumpe bei -5 °C gefriert und sich ausdehnt. Wasser dehnt sich beim Gefrieren um etwa 9 % aus – das hält kein Gussgehäuse auf Dauer aus.

Die gute Nachricht: Das Einwintern einer Gartenpumpe dauert je nach Typ 20 bis 45 Minuten. Danach übersteht sie auch einen harten Winter unbeschadet. Diese Anleitung zeigt dir, was für jede Pumpenart zu tun ist – und was danach mit den Schläuchen passiert.


Warum Gartenpumpen einwintern?

Gartenpumpen haben einen physikalischen Feind: stehendes Wasser bei Minustemperaturen. In einer Pumpe gibt es viele Hohlräume, in denen Wasser zurückbleibt, wenn sie nicht in Betrieb ist:

  • Das Pumpengehäuse selbst (Schneckengehäuse bei Kreiselpumpen)
  • Der Druckbehälter bei Hauswasserwerken
  • Anschlüsse und Fittings
  • Das Laufrad

Wenn dieses Restwasser gefriert, entstehen Drücke, die Gusseisen und Kunststoff sprengen. Selbst teure, hochwertige Pumpen sind davor nicht geschützt – im Gegenteil: Gussgehäuse bersten oft dramatischer als Kunststoffgehäuse.

Ein Riss im Gehäuse bedeutet meistens das Ende der Pumpe. Reparaturen sind selten möglich und fast immer teurer als ein Neukauf. Ein Hauswasserwerk kostet 150–500 €, eine gute Kreiselpumpe 80–300 €. Das Einwintern kostet eine halbe Stunde.


Wann einwintern?

Die Faustregel: Wenn die Nachttemperaturen dauerhaft unter 3–5 °C fallen und du die Pumpe nicht mehr täglich nutzt, ist es Zeit zum Einwintern. Für die meisten Regionen Deutschlands ist das:

  • Oktober (Alpenvorland, Mittelgebirge, Ostdeutschland)
  • Oktober bis November (Mitteldeutschland)
  • November (Rheinland, Norddeutschland)

Warte nicht auf den ersten Frost. Wenn er kommt und du noch nicht gehandelt hast, ist es möglicherweise zu spät – oder zumindest unangenehm, an einer eiskalten Pumpe im Dunkeln zu hantieren.


Kreiselpumpe und Hauswasserwerk einwintern

Kreiselpumpen und Hauswasserwerke sind die häufigste Pumpenart im Garten. Sie fördern Wasser aus einem Brunnen, einer Zisterne oder einem Tank und stehen meist in einer Pumpenbox, einem Schacht oder einem Pumpenhäuschen.

Was du brauchst

  • Schrauben- oder Steckschlüsselsatz (für Entleerungsschraube)
  • Eimer oder Auffangbehälter
  • Sauberes Tuch
  • Ggf. Gefrierschutz-Mittel (Kompressor-Druckluft für schwer zugängliche Leitungen)

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Pumpe ausschalten und Stecker ziehen

Schalte die Pumpe ab und trenne sie vom Stromnetz. Sicherheitsschritt – nicht überspringen.

2. Zulauf schließen

Schließe das Absperrventil zwischen Brunnen/Zisterne und Pumpe, damit kein Wasser nachlaufen kann.

3. Druck ablassen

Öffne einen nachgeschalteten Wasserhahn oder eine Entnahmearmatur, damit der Druck im System entweicht. Bei Hauswasserwerken zeigt der Manometer auf 0.

4. Entleerungsschraube öffnen

Die meisten Kreiselpumpen und Hauswasserwerke haben eine Entleerungsschraube am tiefsten Punkt des Gehäuses. Meist eine Schraube mit Innensechskant oder ein Kunststoffstopfen, der sich herausdrehen lässt.

  • Eimer darunterhalten
  • Schraube herausdrehen
  • Wasser ablaufen lassen
  • Pumpe leicht kippen, um letztes Wasser herauszubekommen
  • Schraube wieder eindrehen (nicht fest zuziehen für den nächsten Schritt)

5. Druckbehälter entleeren (bei Hauswasserwerken)

Der Druckbehälter des Hauswasserwerks hält Wasser unter Druck. Er muss ebenfalls entleert werden:

  • Entleerungsventil am Druckbehälter öffnen (falls vorhanden)
  • Alternativ: Ablassschraube suchen (meist am unteren Rand des Behälters)
  • Wasser vollständig ablassen

Viele Druckbehälter haben ein Luftpolster (Membrandruckbehälter). Dieser ist in der Regel frostsicher, wenn das Wasser abgelassen ist – aber trotzdem ganz entleeren.

6. Anschlüsse und Schläuche abkoppeln

  • Saugleitungen, Druckleitungen und angeschlossene Schläuche abkoppeln
  • Schläuche entleeren (dazu mehr im Abschnitt unten)
  • Fittings und Anschlussstücke trockenreiben

7. Pumpe reinigen und trocknen

  • Äußere Verunreinigungen abwischen
  • Ansaugöffnung auf Verstopfungen prüfen
  • Pumpe komplett trocknen lassen, bevor sie eingelagert wird

8. Einlagern

  • Frostfrei: Keller, Garage, Schuppen mit Mindesttemperatur über 0 °C
  • Trocken: Nicht auf feuchtem Betonboden
  • Aufrecht oder in normaler Betriebsposition (nicht auf der Seite)
  • Entleerungsschraube locker eindrehen (nicht fest) – ein Hinweis, dass die Pumpe entleert ist

Tauchpumpe (Brunnen- oder Zisternenpumpe) einwintern

Tauchpumpen sind für den Dauerbetrieb unter Wasser konzipiert. Im Winter müssen sie trotzdem raus, wenn die Anlage nicht dauerhaft in Betrieb bleibt – entweder weil der Brunnen oder die Zisterne einfrieren kann, oder weil die Pumpe über den Winter nicht läuft und das Wasser im Gehäuse frieren könnte.

Wann Tauchpumpe rausnehmen?

  • Wenn die Anlage (Brunnen, Zisterne) im Winter nicht genutzt wird: immer rausnehmen
  • Wenn der Schacht oder die Zisterne flach liegt und einfrieren könnte: rausnehmen
  • Tiefe Brunnen (ab ca. 3 m) mit dauerhaft über dem Gefrierpunkt liegendem Wasserspiegel: Pumpe kann drin bleiben, wenn sie regelmäßig läuft

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Strom abschalten

Unterbreche die Stromversorgung zur Pumpe, bevor du anfängst. Bei Zisternenanlagen: Steuereinheit ausschalten.

2. Pumpe hochziehen

Tauchpumpen hängen an einem Sicherungsseil (oft rostfreier Stahl) oder werden über das Kabel geführt. Niemals nur am Kabel ziehen – das beschädigt den Kabelanschluss.

  • Seil greifen, Pumpe langsam hochziehen
  • Bei schweren Pumpen: zweite Person oder Hebevorrichtung
  • Auf sauberem Untergrund ablegen

3. Ablaufen lassen

Tauchpumpen halten intern Wasser zurück. Die Pumpe auf die Seite legen oder leicht neigen, damit das Wasser ausläuft.

4. Reinigen

  • Gehäuse abspülen (Schmutz, Algen, Sedimente entfernen)
  • Einlasssieb/Filterkorb reinigen oder austauschen
  • Kabelanschluss auf Korrosion prüfen

5. Trocknen

Trockentuch oder Druckluft, dann an der Luft vollständig trocknen lassen.

6. Einlagern

  • Frostfrei (Keller)
  • Möglichst in der Originalverpackung oder in einem Karton
  • Kabel locker aufwickeln, nicht scharf knicken

Regentonnenpumpe einwintern

Regentonnenpumpen sind die kleinen Pumpen, die direkt auf der Regentonne sitzen und Wasser für die Gartenbewässerung fördern. Sie sind oft günstiger als Hauswasserwerke oder Zisternenpumpen, aber genau so frostgefährdet.

Schritt-für-Schritt

  1. Pumpe ausschalten, Stecker ziehen
  2. Pumpe von der Regentonne abnehmen (meist ein einfacher Schnellanschluss)
  3. Schlauch abschrauben
  4. Pumpe kopfüber halten, damit Restwasser ausläuft
  5. Gehäuse abwischen
  6. Frostfrei einlagern – Regentonnenpumpen sind sehr kompakt und passen in jede Schublade oder Regalfach im Keller

Gleichzeitig die Regentonne winterfest machen: Regentonne winterfest machen →


Schläuche und Leitungen entleeren

Schläuche gehören zum System – und vergessene, volle Schläuche können im Winter genauso platzen wie eine Pumpe.

Gartenschlauch

  • Schlauch vom Hahn abschrauben (wichtig: auch bei frostsicheren Hähnen!)
  • Schlauch hochhalten, damit das Wasser ablaufen kann – bei langen Schläuchen ggf. in mehreren Etappen
  • Aufwickeln und trocken einlagern (Garage, Keller)
  • Anschlüsse auf Beschädigungen prüfen

Druckleitungen der Bewässerungsanlage

Verlegte Rohrleitungen müssen mit Druckluft ausgeblasen oder über Entwässerungsventile entleert werden. Details: Bewässerungsanlage winterfest machen →

Schläuche an der Pumpe

  • Saug- und Druckschlauch abkoppeln
  • Beide Enden hochhalten
  • Wasser ablaufen lassen
  • Schläuche hängend oder aufgewickelt einlagern (nicht auf dem kalten Garagenboden)

Lagerung: Was ist „frostfrei”?

Nicht jeder Keller ist automatisch frostfrei. Gerade in älteren Häusern können Kellerbereiche nahe der Außenwand oder in unbeheizten Nebengebäuden kalt werden.

Frostsicher lagern bedeutet: Die Temperatur fällt nie unter 0 °C – idealerweise konstant über 4–5 °C.

Geeignete Orte:

  • Beheizter Keller oder Heizungsraum
  • Beheizter Schuppen oder Gartenhaus
  • Garage mit guter Isolierung

Nicht geeignet:

  • Unbeheizte Außengarage bei -15 °C
  • Schuppen direkt an der Außenwand ohne Isolierung
  • Freistehende Pumpenbox im Freien (trotz „Frostschutz”-Aufklebern)

Selbst einwintern oder Fachmann rufen?

Für die meisten Pumpentypen gilt: Das Einwintern ist gut selbst machbar. Wer die Pumpe kennt und schon einmal Wasser abgelassen hat, ist in 20–30 Minuten fertig.

Selbst machen ist sinnvoll bei:

  • Einfachen Kreiselpumpen und Hauswasserwerken mit Entleerungsschraube
  • Tauchpumpen in Zisternen oder flachen Brunnen
  • Regentonnenpumpen
  • Wer die Anlage selbst aufgebaut hat und die Leitungsführung kennt

Fachmann sinnvoll bei:

  • Komplexen Brunnen-Anlagen mit tiefen Pumpen (ab 10 m Tiefe)
  • Unbekannter Leitungsführung und fehlenden Absperrmöglichkeiten
  • Hauswasserwerken, die mit der Trinkwasserinstallation verbunden sind
  • Wenn die Pumpe schon älter ist und eine Wartung ohnehin fällig wäre

Der Herbst ist ein günstiger Zeitpunkt für eine kombinierte Wartung und Einwinterung – viele Installateure haben im Oktober mehr freie Termine als im Frühjahr, wenn alle gleichzeitig die Anlage in Betrieb nehmen wollen.


Häufige Fehler beim Pumpen-Einwintern

Fehler 1: Entleerungsschraube vergessen

Gerade wer das erste Mal einwintert, denkt manchmal, das Trennen der Schläuche reiche aus. Tut es nicht: Das Wasser im Pumpengehäuse bleibt – und friert.

Fehler 2: Stromkabel nicht gesichert

Das Kabel der Tauchpumpe hängt in der Zisterne – und friert ein, wenn das Wasser im Schacht gefriert. Kabel mit hochziehen und sichern.

Fehler 3: Druckbehälter vernachlässigen

Der Druckbehälter eines Hauswasserwerks fasst mehrere Liter Wasser. Wer ihn vergisst, riskiert im schlechtesten Fall einen geplatzten Membrandruckbehälter.

Fehler 4: Pumpe auf feuchtem Untergrund einlagern

Eine Pumpe, die trocken eingewintert wurde, aber auf einem feuchten Betonfußboden steht, kann durch Kondensfeuchtigkeit korrodieren. Auf einem Brett oder einer Palette lagern.


Frühjahrscheck: So startest du wieder

Wenn die Temperaturen dauerhaft über 5 °C bleiben und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, kann die Pumpe wieder in Betrieb genommen werden.

Checkliste Frühjahrsstart:

  1. Sichtprüfung: Gehäuse auf Risse und Beschädigungen prüfen
  2. Dichtungen kontrollieren: O-Ringe und Dichtungen trocknen im Winter aus und können spröde werden
  3. Entleerungsschraube wieder fest eindrehen
  4. Strom anschließen erst nach dem hydraulischen Anschluss
  5. Ansaugkorb reinigen, falls die Pumpe über Winter stand
  6. Erstbetrieb beobachten: Pumpe kurz anlaufen lassen, auf Geräusche und Druckaufbau achten
  7. Verbindungen auf Undichtigkeiten prüfen

Fazit

Das Einwintern einer Gartenpumpe ist keine Kunst – aber es ist Pflicht. Wer die 20 bis 45 Minuten investiert, schützt eine Investition von 100 bis 500 € oder mehr. Die Hauptregel gilt für alle Pumpentypen: Wasser raus, trocken, frostfrei lagern. Der Rest ist Typsache.

Wer die Pumpe im Herbst konsequent einwintert, startet im Frühjahr ohne Frostschäden, ohne Ersatzteilsuche und ohne Installateur-Termin – direkt in die neue Gartensaison.

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